Gigantomanie in Wentorf ?

Trotz der Bedenken vieler Menschen, Schüler & Schülerinnen sowie der beiden Schulleitungen und vieler Eltern haben die Grünen in der Sitzung der Gemeindevertretung am 20.3.2025 deutlich gemacht, was sie wollen: ein gigantisches Schulzentrum auf dem KGV Kleingarten-Vereins Gelände. Mit den Stimmen der CDU wurde eine Machbarkeitsstudie, die auch einen schnellen Neubau der GemS Gemeinschaftsschule am bisherigen Standort Achtern Höben untersuchen sollte, abgelehnt.
Die Fraktionen von FDP, Zukunft Wentorf und auch SPD wollen eine neutrale Untersuchung auch anderer Varianten, z. B. Neubau der Gemeinschaftsschule am bisherigen Standort. Der entsprechende Antrag (siehe Bild) wurde von Grünen und CDU abgelehnt, ein Auftrag für eine solche Machbarkeitsstudie darf von der Bürgermeisterin nicht beauftragt werden. Doch diese Machbarkeitsstudie wäre für eine nachhaltige und tragfähige Entscheidung für das zukünftige Vorgehen Voraussetzung gewesen. Nur wer die Alternativen kennt, kann eine fundierte und nachhaltige Entscheidung zum Wohle aller fällen. Das wollen Grüne und CDU offensichtlich verhindern.
Hintergrund und Fakten-Check
Vor zwei Jahren wurden erstmals die Ergebnisse der Phase 0 vorgestellt. Überraschend für viele: die Gebäude und Räume der GemS sind marode und erfüllen nicht mehr die zeitgemäßen pädagogischen Ansprüche an einen modernen Unterricht. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Da eine Sanierung vermutlich sogar teurere wäre als ein Neubau, empfiehlt sich ein Ersatzbau. Dieser wäre ohne teure provisorische Unterrichtscontainer auf dem aktuellen Schulgelände möglich, wenn z. B. der Sportplatz überbaut würde. Anschließend könnte er auf der Fläche der dann abgerissenen alten Schulgebäude verlagert werden.
Auf dem Grundstück Achtern Höben kann sofort gebaut werden, es gehört der Gemeinde und eine Schule steht dort bereits. Planungsrechtlich sollte es also keine Schwierigkeiten geben. Die positiven Randbedingungen können dazu führen, dass bereits nach einer Planungszeit von 1-2 Jahren mit der Errichtung begonnen werden kann. Das würde der GemS sehr helfen, schnellstmöglich neue Räumlichkeiten zu beziehen. Doch selbst die Prüfung der grundsätzlichen Realisierbarkeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie haben CDU und Grüne abgelehnt.
Das Schulzentrum in Mölln wurde für rund 2.000 Schüler und Schülerinnen (so viele sind es auch bei uns in Wentorf) auf ca. 100.000 m² mit Wettkampfbahn errichtet. Uns stehen in Wentorf aber nur rund 30.000 m² zur Verfügung. Das kann also nicht funktionieren. Noch schlimmer: das Schulzentrum in Mölln wird permanent Videoüberwacht – der Vandalismus hatte dort erschreckende Ausmaße angenommen. Eine Katastrophe aus freiheitlicher Sicht: ständige Videoüberwachung unserer Kinder & Enkel droht oder der Vandalismus wird die Gemeinde teuer zu stehen kommen.
Dezentrale Lösungen mit zwei Schulen sind der bessere Weg. Damit erreichen wir mehr Flexibilität und Überschaubarkeit beim Planen, beim Bauen und beim Controlling durch die Gemeinde. Von der Beherrschbarkeit im zukünftigen Schulbetrieb einmal ganz abgesehen.
Wir sind bestürzt über dieses unprofessionelle Vorgehen! Es ist traurig zu sehen, wie Ideologie getrieben und unter Ignorierung einer sorgfältigen neutralen Vorgehensweise, Grüne und CDU eine belastbare Untersuchung von Alternativen verhindern. Dies geschieht auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler, von Lehrern und der Eltern. Ein solches Vorgehen kennen wir bisher nur von der Politik auf Bundesebene, doch offensichtlich hält nun auch auf kommunaler Ebene die Ideologie einzelner Parteien mehr Einfluss auf das Geschehen vor Ort als der gesunde Menschenverstand.
Wir bauen Schulen nicht für Politiker und Verwaltung, sondern für unsere Kinder und Enkel !



